Opulenter Cranberry-Schokoladen-Kuchen

 

Stell dir vor, wie die dicke Schokoladen-Glasur mit einem satten Knacken splittert, wenn du in ein Stück von diesem Kuchen beißt. Das erste was du schmeckst, ist intensives Kakao-Aroma. Bedächtig kaust du, während kleine Schokoladen-Stückchen kühl auf deiner Zunge schmelzen. Neben Kakao und Schokolade schmeichelt nun auch noch die fruchtige Note kleiner Cranberry-Stückchen deinem Gaumen. Und während dich die weiteren Aromen von Mandeln, Vanille, Karamell und spanischem Brandy verzücken, schließt du deine Augen, um dich ganz und ungestört der süßen Lust hinzugeben.

Und nun darfst du die Augen erst einmal wieder öffnen. Atme tief durch! Was ich eben getan habe, war äußerst unfair, ich weiß. Denn bevor dieser schokoladige Traum für dich Realität werden kann, gibt´s eine Menge zu tun. Ohne Fleiß kein Preis, an dieser Weisheit wird sich auch die nächsten 100 Jahre nichts ändern. Zur Entschädigung kann ich dir aber versprechen, dass es ganz einfach ist, nach meinem Rezept diesen bombastischen Cranberry-Schokoladen-Kuchen nachzubacken.

Dulce di leche

Der Kuchen enthält jedoch ein paar besondere Zutaten, die etwas Vorarbeit erforderlich machen. Zum einen dulce di leche, eine in Lateinamerika sehr verbreitete Karamellcreme aus Milch und Zucker. Durch stundenlanges Köcheln dickt das Gemisch ein, der Zucker karamellisiert langsam und übrig bleibt eine der leckersten Schleckereien dieser Welt. In Lateinamerika isst man es als Brotaufstrich, aber du kannst es auch zum Verfeinern von Kuchen und Desserts verwenden oder deinen Milchkaffee damit pimpen. Und noch ein Tipp für alle, die eine Eismaschine besitzen: selbst gemachtes Karamelleis aus dulce di leche ist ebenfalls bombastisch lecker!

Zuhause lässt sich dulce di leche (wörtlich: Süßes aus Milch) einfach mit einer Dose bereits gezuckerter Kondensmilch herstellen, die es in fast jedem Supermarkt zu kaufen gibt. Einen Topf mit Wasser zum Simmern bringen und die ungeöffnete Dose darin 4-5 Stunden köcheln. Aber Vorsicht, die Dose muss immer vollständig mit Wasser bedeckt sein, sonst kann sie (angeblich) platzen. Danach abkühlen lassen, öffnen und genießen. Das dulce di leche hält sich in einer verschlossenen Frischhaltedose im Kühlschrank mehrere Monate. Nur der Zucker kristallisiert nach einiger Zeit langsam, was den Geschmack aber nicht beeinträchtigt.

Geröstete Mandelcreme

Daneben brauchst du noch Mandelcreme. Die kann man zwar auch fertig kaufen, aber selbst gemacht schmeckt sie natürlich viel besser. Dazu röstet du mindestens 300 g Mandeln im Backofen bei 180 Grad ca. zehn Minuten, bis sie eine goldgelbe Farbe annehmen und herrlich zu duften beginnen. Und nun brauchst du einen leistungsfähigen Mixer/ Food Processor. Darin werden die gerösteten Mandeln auf höchster Stufe zu feinem Mehl gemahlen.

Lass den Mixer danach noch circa 20 Minuten auf Stufe 6 (von 10) laufen. Dabei tritt langsam das Öl aus dem Mandelmehl aus, und verbindet das Ganze zu einer cremigen, wohlschmeckenden Paste. Mit der Mandelcreme kannst du allerlei Süßspeisen verfeinern oder sie wie Erdnussbutter auf dem Frühstücksbrötchen verspeisen. Sie ist sehr gesund und nahrhaft und hält sich in einem verschlossenen Schraubglas im Kühlschrank etliche Wochen.

Die Qualität der verwendeten Schokolade und des Kakaos schlägt natürlich unmittelbar auf den Kuchen durch. Es empfiehlt sich, hier ein paar Euro mehr auszugeben und hochwertige Produkte einzusetzen. Die Glasur habe ich im Rezept nicht gesondert aufgeführt – sie ist kein Muss, bringt aber natürlich einen Extra-Schokokick vom Feinsten. Ich habe hierzu Schokolade von Valrhona (70 %) durch Impfen temperiert und mit etwas reiner Kakaobutter verdünnt. Die Schokolade lässt sich dadurch in geschmolzenem Zustand besser verarbeiten, da flüssiger, und wird in erstarrtem Zustand besonders knackig.

Opulenter Cranberry-Schokoladen-Kuchen
 
Zubereitung
Kochen/Warten
Gesamtzeit
 
Ein opulenter Schokoladenkuchen mit in spanischem Brandy marinierten Cranberrystueckchen, gemahlenen Mandeln, Mandelmus und Dulce di Leche
Autor:
Rezepttyp: Suessspeisen
Kueche: nicht so einfach
Menge reicht fuer: eine Kastenform von 25 cm
Zutaten
  • 100 ml spanischer Brandy (z. B. Cardenal Mendoza)
  • 150 g getrocknete Crandberries
  • 250 g Butter
  • 100 g Zucker
  • 80 g Muscovadozucker
  • 4 Eier
  • 25 g Dulce di leche
  • 25 g Mandelmus
  • ½ TL Vanillemark
  • 250 g Mehl, gesiebt
  • 50 g Kakao (z. B. Valrhona)
  • 1 Pck. Backpulver
  • 100 g dunkle Schokolade, geraspelt (z. B. Valrhona 70 %)
  • 50 g Mandeln, geschaelt und fein gemahlen
Zubereitung
  1. Die getrockneten Cranberries im Mixer nur kurz etwas zerkleinern und in Brandy marinieren, bis sie die Fluessigkeit ganz aufgesaugt haben.
  2. Backofen auf 180 Grad vorheizen und Kastenform mit etwas Butter ausfetten.
  3. Butter, Zucker und Muscovadozucker schaumig ruehren, bis sich die Zuckerkristalle ganz aufgeloest haben. Dann nach und nach die Eier, das dulce di leche, das Mandelmus und das Vanillemark unterruehren.
  4. Mehl sieben, mit Kakao und Backpulver mischen und dann nach und nach unter die Mischung ruehren. Zuletzt die geraspelte Schokolade, die gemahlenen Mandeln und die mit Brandy vollgesogenen Cranberries unterheben.
  5. In die Kastenform fuellen und auf der mittleren Schiene des Ofens 50 – 60 min backen. Staebchenprobe machen!
 

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15 Comments

  1. Irene 1. März 2013 Reply

    Und das sehe ich vor dem Zmorge 😉 hier trocknet gerade eine Pavlova vor sich hin, aber ein Stück dieses himmlisch klingenden Kuchens hätte ich gerne!
    Liebs Grüessli
    Irene

  2. Julia 1. März 2013 Reply

    Du, super, dann kommen wir alle am Sonntag auf ein Stückchen Kuchen vorbei! Dann müssen wir uns nämlich nicht die Arbeit machen und kommen trotzdem in den Genuss dieses Kuchens :)
    Liebe Grüße
    Julia

  3. Barbara 1. März 2013 Reply

    Hört sich sehr lecker an. Der kommt auf meine Nachbackliste (ich habe ja sogar noch getrocknete Cranberrys da). Wir hatten diese Woche erst eine Pistazien-Cranberry-Torte, die auch sehr lecker war, aber jetzt soll mal kurz Cranberry-Pause sein, man solls ja nicht übertreiben…

    Liebe Grüße,
    Barbara

  4. Uschi 1. März 2013 Reply

    Dies um 23.45 h lesen zu „müssen“, grenzt an kulinarische Folter… Ich bin eine total unbegabte Süßkram-Herstellerin, aber das hier könnte mich mal wieder dazu bringen, mir das Gegenteil beweisen zu wollen.

  5. Charlotte 2. März 2013 Reply

    ach du meine güte der sieht ja genauso lecker aus wie der bereits von mir nachgebackene zitronenkuchen <3 das dulce di leche kann ich ja noch selbst machen, aber wo bekomm ich denn mandelmus her? lg aus wien, charlotte
    ps. du machst wirklich wahnsinnig tolle fotos!

  6. Author
    Dirk Staudenmaier 3. März 2013 Reply

    Liebe Irene, gegoogelt und wieder was gelernt. Das Zmorge ist bei euch das Frühstück und eine Pavlova ist eine Torte. Kannte ich beides nicht 😉

    Liebe Julia, da hättet ihr jetzt Pech, da der Kuchen längst gegessen ist und wir gerade Diät machen. Du weißt ja, Tofu und so… Wobei der Tofu heute das Festmahl ist, unter der Woche gab´s weniger…

    Liebe Barbara, dein Blog ist ja noch ganz jung, und doch gibt´s dort so tollen Süßkram! In deine Cranberry-Pistazientorte könnte ich mich verlieben! Hab dich mal auf Twitter bisschen promotet :-)

    Liebe Uschi, so kurz vor MItternacht könnte ich auch immer süßes Zeug essen. Manchmal wache ich sogar nachts auf und mein Insulinspiegel schreit nach Schokolade… 😉 Der Kuchen ist simpel, da kann man nichts falsch machen. Viel Erfolg!

    Liebe Charlotte, das Grundrezept ist übrigens das vom Zitronenkuchen. Als ich im Urlaub den Zitronenkuchen gemacht hatte, dachte ich, daraus müsste man doch auch einen genauso saftigen Schokoladenkuchen machen können. Die Cranberries waren zufällig im Haus (für´s Früchstücksmüsli) und flogen intuitiv mit rein. Und dann war er so lecker, dass ich ihn gleich nochmal backen und darüber bloggen musste :-)

  7. Stephi 3. März 2013 Reply

    Huhu,

    der Kuchen ist bestimmt ne Sünde wert… und dabei wollte ich mich mit dem Backen etwas im Zaum halten… aber bei solchen Rezepten… 😉

    LG, Stephi

  8. Barbara 4. März 2013 Reply

    Hallo Dirk, danke für deine „Werbung“ … und natürlich für deine sonstigen tollen Rezepte, die ich immer gerne lese (und dann im Hinterkopf abspeichere).

    Liebe Grüße,
    Barbara

  9. germanabendbrot 5. März 2013 Reply

    Ich darf während der Fastenzeit nicht auf Schoko-Links klicken! Ich darf während der Fastenzeit nicht auf Schoko-Links klicken! Ich darf während der Fastenzeit nicht auf Schoko-Links klicken! Ich darf während der Fastenzeit nicht auf Schoko-Links klicken!

  10. Author
    Dirk Staudenmaier 5. März 2013 Reply

    Liebe Stephi, vielleicht hilft es dir bei deinem Bemühen, dich zurückzuhalten, wenn ich dir sage, dass ich mich seit anderthalb Wochen nicht nur Low Carb, sondern nahezu „No Carb“ ernähre, und das auch noch etliche Wochen aushalten will. Keine Kartoffeln, kein Reis, kein Brot… und auch keinen Kuchen. Nicht ein Krümel :-)

    Liebe Barbara, sehr gerne – ich danke dir für die Blumen. Auch wenn es zur Zeit sehr bitter ist (s. o.) verfolge ich mit Begeisterung deine Backkünste!

    Liebe Julia, ich sag nur: siehe oben 😉 Halte durch!

  11. Steffi 9. März 2013 Reply

    SO! MEIN LIEBER DIRK!
    Jetzt verfolge ich – für meine Verhältnisse – schon ungewöhnlich lange Deinen Blog! Ohne Frage, das Shooten hast entweder Du selbst oder eine Dir nahestehender Person erlernt. Das ist aber niht der Grund warum ich Deinen Blog quasi so soft-stalke :)
    Der wahre Grund ist dieser Kuchen hier um den ich seit gefühlten Jahrzehnten schleiche. Der Zeitpunkt ist gekommen. Morgen werde ich versuchen ein glutenfreies und ebenso schmackhaftes Exemplar herzustellen!

    LG
    Steffi Kochtrotz

  12. Ulrike Pflaumer 11. April 2013 Reply

    Mit einem Kastenkuchen hat man immer was Leckeres zuhause. Ich werde ihn fürs Wochenende nachbacken. Danke für das Rezept.

  13. Christinamachtwas 12. Mai 2013 Reply

    Okay – Danke. Ich habe gerade den Grundkuchen für meine nächste Thementorte gefunden! Allerdings werde ich ihn für meine schwangere Schwester abwandeln müssen, denn Alkohol und ein Baby im Bauch vertragen sich ja bekanntlich nicht allzugut. 😉 Sehr schönes Rezept! Wird sofort gespeichert.

    LG
    Christinamachtwas

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