Low Carb: Gefüllte Paprika

Wenn man auf Diät ist, macht das Einkaufen keinen Spaß! Normalerweise bereitet mir Lebensmittel einzukaufen das größte Vergnügen. So viel gibt es anzuschauen, zu berühren, zu entdecken. Mit leuchtenden Augen, roten Flecken auf den Wangen und dem Produkt in den Händen rasen mir Ideen und Rezepte durch den Kopf, darin schwelgend, wie es wohl riechen und schmecken könnte. Wenn man aber auf Diät ist, legt man das Produkt wehmütig seufzend wieder zurück und geht schweren Herzens weiter.

Auch wenn das alles etwas zu dramatisch klingen mag, genau so empfinde ich es zur Zeit. Gerade einmal seit sechs Wochen versuche ich mein Gewicht zu reduzieren und halte mich dabei auch diszipliniert an meine Vorsätze. Doch es kommt mir bisweilen vor, als wären es nicht nur sechs Wochen, seit ich auf Pasta, Bratkartoffeln und Nachtisch verzichte, sondern sechs Monate.

Die Unlust am Verzicht

Was soll das Gejammer, fragst du dich? Schließlich war es doch meine freie Entscheidung? Und außerdem, eine Diät! Diesen Blödsinn macht man doch auch nicht. Nur damit hinterher der Jojo-Effekt wieder zuschlägt. Und überhaupt, sowas von ungesund, dieser Diätkram.

Diese Art der Diskussion habe ich in den letzten Wochen schon öfter geführt. Geduldig versichere ich stets, mir im Klaren darüber zu sein, dass ich hinterher auch meine Ernährung dauerhaft umstellen muss, wenn ich nicht in kürzester Zeit die ganzen Kilo wieder zunehmen möchte. Und ja, natürlich gilt das für viele Trend-Diäten, dass sie in höchstem Maße ungesund sind.

Und du hast natürlich Recht, ich habe mich freiwillig diesem Joch unterworfen. Und was das Abnehmen an sich betrifft, geht es mir prima! Ich leide keinen Hunger, bekomme genug zu essen und nehme dennoch ab. Langsam aber stetig, 8 Kilo bis jetzt. Und ich frage mich die letzten Tage: was vermisse ich dann?

Es ist diese Lust am ungezügelten Genuss. Es ist diese Lust auf Schweinebauch und auf Bratkartoffeln. Die Lust, die es bereitet, mit Sahne und Butter zu kochen. Die Lust, beim Kochen aus dem Vollen schöpfen zu können. Nicht der Verzicht auf Kalorien fällt mir schwer, sondern der Verzicht auf Genuss!

Doch alles Jammern hilft nichts. Gut sechs Wochen gilt es noch durchzuhalten, etwa 7 Kilo wollen noch abgenommen werden. Und bei allem Verzicht versuchen Frau Dorothee und ich dennoch, aus den „erlaubten“ Zutaten möglichst Genussvolles auf den Tisch zu bringen. Ganz besonders ist und dies bei diesen gefüllten Paprika gelungen.

Gefüllte Paprika: früher gehasst, heute geliebt

Als Kind waren mir gefüllte Paprika ein Greuel. Und zu meinem Leidwesen gehörten sie zum Standardrepertoire sowohl meiner Großmutter als auch meiner Mutter. Schon wenn ich das Treppenhaus betrat und mir der typische Geruch in die Nase stieg, hätte ich mich am liebsten wieder umgedreht.

Die Paprika wurden seinerzeit mit Hack (das mir, für sich alleine, hervorragend schmeckte) gefüllt und in einer Tomatensauce gekocht. Gelbe Paprika kamen gar nicht zur Verwendung, nur rote und grüne.

 

 

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Vor allem die unreifen, grünen Schoten setzten beim Kochen ihre intensiven Bitterstoffe frei, vor denen mir als Kind so graute. Ich habe nie verstanden, wieso ich etwas essen sollte, das so widerwärtig bitter schmeckt.

Erst viel später, als Erwachsener, mit eigener Küche und kroatischen, türkischen und italienischen Freunden und Bekannten, habe ich erfahren, dass man Paprika nicht nur kochen (wobei sie zudem so glibberig weich werden), sondern auch backen oder grillen kann. Und die unreifen, grünen Paprikaschoten schien auch niemand in der Küche zu verwenden.

Die ersten gefüllten Paprika, die ich mit großem Genuss verspeiste, waren nach einem kroatischen Rezept zubereitet. Gelbe Spitzpaprika, gefüllt mit einer Mischung aus geriebenen Kartoffeln und pikant gewürztem Hackfleisch. Ganz ohne Sauce, nur in eine Auflaufform gestellt und im Backofen gebacken. Ich jauchzte, so lecker waren sie!

Rezepte zu gefüllten Paprika gibt es wie Sand am Meer in den unterschiedlichsten Variationen. Du findest sie zum Beispiel bei Gaby von Kegala kocht, bei Britta von Kamafoodra, bei Peggy von Multikulinarisches, bei Sylvia von Rock the Kitchen! und auch bei Uwe von Highfoodality.

Low Carb: Gefüllte Paprika

In der Low Carb Variante verzichte ich natürlich auf jegliche Sättigungsbeilage wie zum Beispiel Reis. Dafür gebe ich Feta zur Hackfüllung. Zusammen mit dem Fleisch gibt dies eine Eiweißbombe, die lange satt hält. Der Paprika liefert die notwendigen Vitamine. Für mich persönlich ist es wichtig, dass das Hackfleisch vorher angebraten wird. So erhält es leckere Röstaromen, die der Füllung einen würzigen, vollen Geschmack verleihen. Wenn das Fleisch in der Schote nur gedünstet wird, schmeckt es mir zu langweilig und fad.

 

Low Carb: Gefuellte Paprika
 
Zubereitung
Kochen/Warten
Gesamtzeit
 
Low Carb: Fett- und kohlehydratarmes, aber trotzdem ueberaus leckeres Gericht aus mit Rinderhack und Feta gefuellten Paprikaschoten.
Autor:
Rezepttyp: Hauptgerichte
Kueche: einfach
Menge reicht fuer: 2 Personen
Zutaten
  • 2 Paprikaschoten
  • 300 g Rinderhack
  • 2 EL Olivenoel
  • 1 Zwiebel, fein gewuerfelt
  • 2 Zehen Knoblauch, fein gewuerfelt
  • 60 g Feta, gewuerfelt
  • ½ Bund glatte Petersilie, fein gehackt
  • etwas frisches Koriandergruen, fein gehackt
  • 1 gestr. TL Kreuzkuemmel
  • 1 gestr. TL Kurkuma
  • 1 Msp. Paprikapulver, edelsuess
  • 1 Msp. Cardamom
  • 1 Msp. Macis
  • 1 Msp. Zimt
  • Tellicherry-Pfeffer, frisch gemahlen
  • Meersalz
  • etwas Olivenöl für die Auflaufform
Zubereitung
  1. Backofen auf 180 Grad Umluft (200 Grad Ober-/Unterhitze) vorheizen.
  2. Die Zwiebel und den Knoblauch in einer Pfanne im Olivenoel glasig duensten.
  3. Das Hackfleisch dazu geben und bei etwas hoeherer Hitze kruemelig anbraten. Die trockenen Gewuerze dazu geben. Immer wieder umruehren.
  4. Waehrenddessen die Paprikaschoten am Stilansatz kreisrund oeffnen und aushoehlen, dabei die innen liegenden Scheidewaende mit den Samen vollstaendig entfernen.
  5. Petersilie und Koriander unter das angebratene Hackfleisch ruehren und abschmecken. Zum Schluss die Fetawuerfel unterruehren.
  6. Die Paprikaschoten mit der Hackfleischmischung fuellen.
  7. Die Auflaufform mit Olivenoel auspinseln und dabei auch die Paprikaschoten von aussen etwas mit dem Oel bepinseln. Ca. 45 Minuten im Ofen backen.
 

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19 Comments

  1. lamiacucina 8. April 2013 Reply

    Ich bin eher ein Verfechter der fdH-Theorie. Dabei braucht man auf nichts zu verzichten. Aber letztlich ist es ja egal, wie man auf die gewünschte Gewichtsreduktion kommt, solange das Essen schmeckt und gut aussieht.

    • Author
      Dirk Staudenmaier 11. April 2013 Reply

      Mit fdH habe ich vor vielen Jahren einmal 30 kg abgenommen… aber die low carb Methode fällt mir gerade leichter. Ich werde immer satt. Aber wie du sagst, Hauptsache ist, man ist erfolgreich und kann trotzdem genießen.

  2. Micha 8. April 2013 Reply

    Mir gehts wie Robert: Alles ist erlaubt, aber eben in Maßen, das halte ich zudem für die beste Ernhährung.

    Aber durch das Heilfasten weiß ich, wie sehr der Entzug und die Lust auf geliebtes Essen einen foltern kann. Im Gegensatz zu allen Behauptungen wurde das bei mir mit der Dauer des Fasten auch nie besser…

    Dirk, du schaffst das – du weißt mich hinter dir :)
    Und wie immer ist zu deiner Paprika schön geschrieben und sie ist köstlich präsentiert!
    …viele liebe Grüße

    • Author
      Dirk Staudenmaier 11. April 2013 Reply

      Nein, irgendwie wird es schlimmer auf Dauer. Irgendwann hat man die Nase voll. Am Anfang dagegen hilft es noch, sich einzureden, dass es ja nur vorübergehend ist…

      1000 Dank, liebe Micha, für deine aufbauenden Worte! :-)

  3. uwe@highfoodality 8. April 2013 Reply

    Gefüllte Paprika. Ich liebe dieses Gericht, am liebsten von meiner Mama 😀
    Dirk, danke für den Link, da haste ja ganz tief in meinem Archiv gegraben. *hüstel*

    • Author
      Dirk Staudenmaier 11. April 2013 Reply

      Interessant, was man alles zu Tage fördern kann, wenn man tief gräbt, nicht wahr? 😉

  4. magentratzerl 8. April 2013 Reply

    Ernährungstechnisch schließe ich mich mal Micha und Robert an. Was den Verzicht angeht, muss das ein psychologischer Mechanismus sein….was man grade nicht soll/darf, reizt ganz besonders.
    Gefüllte Paprika übrigens liebe ich. Die gab es aber zuhause nie, da habe ich nach mediterranenen Rezepten später selbst damit angefangen.

    • Author
      Dirk Staudenmaier 11. April 2013 Reply

      Oh ja, das ist auch eine große Erkenntnis dieser Tage, liebes Magentratzerl: der Reiz des Verbotenen…. Und die neueste Erkenntnis: gefüllte Paprika sind massentauglich. Jeder scheint sie zu mögen… :-)

  5. Wilde Henne 8. April 2013 Reply

    Zu Diäten und so ist eigentlich alles gesagt. Ich persönlich halte es wie Robert mit FdH wenn zuviel Gewicht drauf ist.
    Mir geht es grad umgekehrt wie Dir: bei gefüllten Paprika gibt es für mich nur eines – grün müssen sie sein. Und bloss kein Reiskorn mit drin. Entweder ganz Vegi mit Getreide-Gemüsefüllung oder dann mit viel Hackfleisch.

    • Author
      Dirk Staudenmaier 11. April 2013 Reply

      Du hast Recht, liebes Poulet, das Diät-Thema ist eigentlich sowas von ausgelutscht. Nur wenn ich darüber nicht blogge, muss ich die Bloggerei ganz einstellen… das war meine größte Sorge, bevor ich begonnen habe abzunehmen: worüber blogge ich dann nur?? Nun sind es halt Low-Carb-Gerichte… Die üppigen Rezepte kommen auch irgendwann bald wieder! 😉

      Und danke für deine Mail. Wird noch beantwortet!

  6. Loeffel 8. April 2013 Reply

    Du armer Leidensgenosse! Mein Mitleid sei mit dir! Ich mach das schon über ein halbes Jahr und habe 20 Kilo weg (20 weitere müssen noch!). Es ist für mich die beste Art des Abnehmens. Aber nicht jede/r kommt damit klar. Am schlimmsten ist der Verzicht auf Kohlenhydrate besonders abends. Da habe ich erst so richtig Zeit zum Kochen und Genießen und die Pasta fehlt hinten und vorne. Jetzt habe ich einen Kompromiss geschlossen: Am Wochenende gibt’s keine Tabus (mit Ausnahme von Alkohol) und aufs Fett achte ich ein bisschen mehr. Und siehe da: kein Frust mehr, ich freu mich wie ein kleines Kind auf die „Sündentage“ und abnehmen tu ich trotzdem.
    Grüne Paprika verwende ich übrigens ausschließlich roh. Da sind die Bitterstoffe manchmal ganz angebracht (grüne Paprika mit Fetacreme gefüllt und in Scheiben geschnitten, oder fein gewürfelt mit Dosen-Thunfisch und Erbsen als Salat – alles wunderbar für Low Carb geeignet).

    • Author
      Dirk Staudenmaier 11. April 2013 Reply

      Leidensgenossen sind hier ganz besonders willkommen! :-) 20 kg, Respekt! Da bin ich froh, dass ich jetzt nur noch 6 vor mir habe… Die beste Diät ist sowieso die, die bei einem selbst funktioniert und mit der man zurecht kommt. Deshalb ist jede Verallgemeinerung à la „Am besten ist….“ völliger Blödsinn.
      Roh knabbere ich die grünen Paprika zur Not auch. Aber lieber sind mir trotzdem die gelben und roten…
      Wünsche dir weiter viel Erfolg und Durchhaltevermögen!! :-)

  7. tortenelfe 8. April 2013 Reply

    Zuerst einmal, Respekt 7 Kg abgenommen! Mein Sohn macht diese Diät auch immer und ist davon überzeugt, der Jo-jo Effekt bleibt länger aus, dazu ist er auch noch Vegetarierer und muß sein Eiweiß über Soja, Feta oder ähnlichem ergänzen wegen der Sättigung. Also weiterhin Erfolg und Durchhaltevermögen und im Anhang, ich müßte auch mindestens 15 Kg abnehmen, bekomme aber die Kurve nicht :(

    LG Marina

    • Author
      Dirk Staudenmaier 11. April 2013 Reply

      Bei den Leckereien, die du wie am Fließband produzierst, liebe Marina, hätte ich auch große Schwierigkeiten, die Kurve zu kriegen… 😉 Aber wenn es dir hilft: Wirklich schwer sind nur die ersten paar Tage, max. die erste Woche. Dann bist du nach einen Stück Hühnchenbrust und ein wenig Salat stundenlang so satt, dass du dich fragst, wie du nur vorher mehr essen konntest!

  8. Gottfried 9. April 2013 Reply

    Wenn diese Low Carb Geschichte für Euch funktioniert, dann ist sie bestimmt auch in Ordnung. Davon abgesehen hört sich „Steak und Salat“ gar nicht so schlecht an, geht sogar ohne Salat 😉

    Jedenfalls gefällt mir diese Füllung sehr viel besser, also die klassische. Wenn wir jetzt noch einen Weg finden, die Paprika ohne Haut auf den Tisch zu bringen, würde ich mich direkt mal wieder auf eine gefüllte Paprika einlassen.

    • Author
      Dirk Staudenmaier 11. April 2013 Reply

      Ja, mir sind die Kartoffeln auch am liebsten, wenn sie die Sau schon gegessen hat… 😉

      Wenn du diese Paprika wie oben zubereitest und zum Schluss den Backofen auf 250 Grad hochdrehst (decke vielleicht dazu das Hackfleisch vorher mit einem Stück Alufolie ab), bis die Haut beginnt schwarz zu werden, müsstest du sie anschließend ganz leicht abziehen können. Müsste so funktionieren. Keine Sorge, wenn die Haut etwas verbrennt dabei, es schmeckt danach phantastisch!

  9. multikulinaria 9. April 2013 Reply

    Ich muss gestehen, dass ich noch nie im Leben Diät halten musste, mal abgesehen von den 3 Wochen zur Zunehm-Kur als Kind. Kann mir gut vorstellen, dass das nervt. Die gefüllte Paprika dürfte aber ein feiner Trost gewesen sein. 😉
    Meine letzte gefüllte Paprika (rot und gelb) hatte ich mit Tofu+Restreis-Füllung improvisiert. War gut aber das Foto zu hässlich zum verbloggen… Muss ich mal wiederholen.

    • Author
      Dirk Staudenmaier 11. April 2013 Reply

      Hast du es gut, liebe Peggy, dass du diese Sorgen nicht hast! 😉 Ja, es war ein feiner Trost, in der Tat. Ich habe einen richtigen Ehrgeiz entwickelt, trotz der Einschränkungen richtig leckere Sachen auf den Tisch zu bringen – das hilft dabei, durchzuhalten! :-)

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