Exotisch und höllisch scharf: Vindaloo

Ein Vindaloo ist ein indisches Fleischgericht, das traditionell mit Schweinefleisch, bei Hindus oder indischen Muslime auch mit Huhn zubereitet wird. Der Ursprung wird dem indischen Goa zugeschrieben, das lange Hauptstadt von Portugiesisch-Indien war. Die Portugiesen brachten damals ihr Wissen um das Marinieren von Schweinefleisch in Essig oder Wein nach Indien, die Inder steuerten Gewürze wie Zimt, Ingwer, Nelke, Koriander und vor allem scharfe Chillies bei. Daraus entstand ein Gericht, bei dem Fleisch in einer Gewürzpaste mariniert und anschließend geschmort wird. Dass heutzutage in Restaurants oft Kartoffeln als zusätzliche Zutat verwendet werden, wird teilweise mit einem sprachlichen Missverständnis erklärt: alu ist das Hindi-Wort für Kartoffel. Vielleicht ist es aber auch nur ein preiswertes Lebensmittel, um unauffällig weniger Fleisch verwenden zu müssen, wer weiß.

Zutaten:

5-6 Tamarinden
1 TL Kreuzkümmel
6 Nelken
5 cm Zimtstange
10 Pfefferkörner
1/4 Sternanis
1 TL Mohnsamen
2 rote und zwei grüne frische, scharfe Chilis
5 cm Ingwer
6 Knoblauchzehen
4 TL Weinessig
700 g Rindfleisch zum Schmoren
75 ml Öl
3 Zwiebeln
Himalajasalz aus der Mühle
schwarzer Malabarpfeffer aus der Mühle
1/2 TL Rohrzucker
frischen Koriander

Tamarinden, Kreuzkümmel, Sternanis, Zimt und Inger: Das Vindaloo enthält viele Gewürze

Tamarinden, Kreuzkümmel, Sternanis, Zimt und Inger: Das Vindaloo enthält viele Gewürze

Tamarinden sind die Früchte des Tamarindenbaums und gehören zu den Hülsenfrüchten. Sie enthalten neben Zucker sehr viel Weinsäure und werden im gesamten asiatischen Raum, inbesondere aber in Indien als Gewürz verwendet. Tamarinden geben einen säuerlichen, exotischen Geschmack; alternativ, wenn man gerade keine zur Hand hat, kann man Zitronensaft verwenden.  Tamarinden gibt es mit braunem Fruchtfleisch, die sehr viel Zucker enthalten und süß-sauer sind. Daneben gibt es auch welche, die fast schwarzes Fruchtfleisch haben und nur sauer sind. Ich habe die süß-sauren verwendet.

Die harte, aber dünne  Schale der Tamarinden entfernen (wie ein gekochtes Ei schälen), Fruchtkörper in einem halben Liter Wasser 30 Minuten köcheln lassen.

In der Zwischenzeit alle festen Gewürze (in der Liste von Kreuzkümmel bis Mohnsamen) in einem Mörser zu einem feinen Pulver zerstoßen. Gewürzmischung in einer Pfanne ohne Fett rösten, dabei stetig rühren, damit nichts verbrennt. Dies schließt die Aromen auf. Wenn ein betörend würziger Duft aufsteigt, Gewürze zurück in den Mörser geben. Klein gewürfelten Ingwer, Knoblauch und Chillies zugeben und alles zu einer homogenen Paste verarbeiten. Mit dem Weinessig glatt rühren.

 

In dieser Vindaloo Würzpaste wird nun das Fleisch mariniert

In dieser Vindaloo Würzpaste wird nun das Fleisch mariniert

Rindfleisch in mundgerechte Stücke schneiden und in einem Teil der Würzpaste einige Stunden marinieren, am besten jedoch über Nacht. Tamarindensud abgießen und beiseite stellen.

Zwiebeln fein würfeln und in einem großen Topf in Öl glasig schwitzen. Fleisch mit Marinade zugeben und mild anrösten. Restliche Würzpaste unterrühren und ebenfalls ein paar Minuten mitschmurgeln lassen. Dann mit Tamarindensud aufgießen und circa 90 Minuten köcheln lassen, bis das Fleisch weich geschmort ist. Zwischendurch bei Bedarf verdunstetes Wasser ersetzen.

Frischer Koriander passt sehr gut zum Vindaloo

Frischer Koriander passt sehr gut zum Vindaloo

Mit Salz, Pfeffer und Rohrzucker abschmecken. Dazu passt Reis. Nach dem Anrichten auf dem Teller nach Belieben mit frischen Korianderblättern bestreuen.

Vorsicht scharf! Aber so lecker...

Vorsicht scharf! Aber so lecker…

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1 Comment

  1. Julia 6. November 2012 Reply

    Das Vindaloo überzeugt sogar jemanden, der regelmäßig mit dem Turban in der Küche steht. Was ich Dir empfehlen kann, ist Tellycherry Pepper aus Kerala (Südindien). Ein herrlich aromatischer Pfeffer – perfekt für indische Gerichte.

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