Crostini mit Foie Gras, Traube, Feigenconfit

 

Foie Gras, oder zu deutsch Stopfleber, ist nicht jedermanns Sache. Die militanten Tierschützer unter euch werden meinen Blog künftig meiden, die weniger militanten mir vielleicht in´s Gewissen reden wollen. Und recht haben sie, das will ich gar nicht abstreiten. Foie Gras ist moralisch verwerflich – und doch gibt es nicht viel, was dem Gaumen mehr schmeichelt.

In Deutschland und vielen anderen Ländern ist die Herstellung von Stopfleber gesetzlich verboten, obgleich der Import und Verkauf in der EU dennoch erlaubt ist. In Frankreich hingegen gilt die Foie Gras als nationales und gastronomisches Kulturerbe und ist als solches durch einen Zusatz zum französischen Landwirtschaftsgesetz geschützt. Nur wenig spaltet die Gemüter dermaßen.

Ich persönlich finde die Mastform, bei der die Tiere in den letzten 3 – 4 Wochen ihres Lebens zwangsernährt werden, auch nicht schön. Dementsprechend selten greife ich zur Foie Gras, und ehrlicherweise immer mit einem schlechten Gewissen. Aber wie oft greifen wir beim Einkaufen nach Produkten, die Ei enthalten, und es juckt uns nicht, welch erbärmliches Leben die armen Hennen hatten, die die Eier gelegt haben? Mein Gewissen beruhigt, dass von den zig-Tausend Tonnen Foie Gras, die jährlich produziert werden, ich nur wenige Male eine kleine Portion verbrauche. Jeder muss für sich entscheiden, wie er damit umgeht.

Falls du noch auf der Suche nach einem überaus leckeren Amuse Bouche für´s Silvestermenü bist, bitte sehr!

Crostini mit Foie Gras, Traube, Feigenconfit

Zutaten für 4 Personen:

8 Scheiben Baguette (1 cm dick)
30 g Butter
75 g Foie Gras de Canard (bei moralischen Skrupeln: Geflügelleberpaté)
50 g Feigenconfit
8 Traubenhälften (kernlos)
Pistazien, gehackt

Baguettescheiben in der Pfanne in Butter beidseitig sanft anrösten, kurz abkühlen lassen. Die Foie Gras darauf verteilen, dann mit etwas Feigenconfit und einer halben Traube garnieren. Mit etwas Pistazien bestreuen.

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15 Comments

  1. Bolliskitchen 29. Dezember 2012 Reply

    wir essen oft & gerne foie gras, ohne jegliche Skrupel, man muss halt nur wissen, wo man sie herbekommt, ich bekomme meine direkt aus dem Gers, dort leben die Enten & Gänse monatelang draussen und auch wenn sie gestopft werden, sind sie nicht in Kisten sondern haben noch Auslauf. Industrieware lehne ich allerdings auch ab, und diese Bilder bekommt man in D. leider auch nur zu sehen.

  2. Ti saluto Ticino 29. Dezember 2012 Reply

    Wir gehen bei uns im Elsass ähnlich wie Bolli damit um und kaufen nur Ware, die nicht aus Massenproduktion stammt. Ich käme auch nicht auf die Idee, hier im Tessin jetzt irgendwelche Foie Gras aus dubiosen Quellen zu kaufen. Wir haben allerdings “unsere Foie Gras” mitgebracht, da es an Silvester als Amuse Bouche ein Foie Gras-Praliné geben soll, vielleicht mache ich für jeden noch eines Deiner hübschen Crostini mit dazu.

  3. marco 29. Dezember 2012 Reply

    Sehen hübsch aus, deine Crostini! Ich gehöre allerdings zu denjenigen, die keine foie gras essen, einerseits aus weiter oben von dir genannten Gründen, andererseits weil ich sie (die Kulinariker unter euch mögen mir verzeihen) einfach nicht mag.

    Deinen Blog werde ich künftig aber trotzdem nicht meiden :)

  4. Author
    Dirk Staudenmaier 29. Dezember 2012 Reply

    Liebe Bolliskitchen, danke für dieses Statement, das ich mit großem Interesse gelesen habe. Ich bin vorhin noch kurz bei meinem Feinkosthändler vorbei und habe gefragt, wo er seine Foie Gras her hat. Schulterzucken, es konnte nicht beantwortet werden. Wo also in Deutschland bekomme ich so eine Foie Gras??

    Liebe Sabine, gleiche Frage an dich: wo in Deutschland bekomme ich so eine Foie Gras? Über einen Bericht über deine Foie Gras Praliné würde ich mich sehr freuen! Buon divertimento a Tessino! :-)

    Lieber Marco, wäre noch hübscher gegangen, aber das Licht zum Fotogafieren war sehr schlecht. Es war viel Photoshop notwendig, um das Bild so hell zu bekommen. Freut mich sehr, dich auf meinem Blog als Leser zu haben! :-)

  5. Ti saluto Ticino 29. Dezember 2012 Reply

    Lieber Dirk, das Praliné ist eine Idee von Bolliskitchen, Trockenpflaumen oder Aprikosen gefüllt mit Foie Gras. Du kannst ja schon mal in ihrem Blog stöbern, bei mir dauert es noch ein bisschen, bis ich zum verbloggen komme – Blogstau….

  6. Ti saluto Ticino 29. Dezember 2012 Reply

    So, ich war es mal für Dich suchen, bei Bolli sind es getrocknete Feigen, die mit Gänseleber gefüllt sind, ich habe in Cognac marinierte Pflaumen und Abricotine marinierte Aprikosen genommen. Bollis Variante findest Du hier:

    http://www.bolliskitchen.com/2010/12/figues-seches-farcies-au-foie-gras.html

    Und eine wunderbare Foie Gras kannst Du bei Bolli direkt kaufen, sie versendet ihre selbst gemachten auch nach D. Sie schmeckt genial (auch alle anderen, von ihr hausgemachten Spezialitäten sind grandios – ich habe mich mal durch ihr komplettes Sortiment gefuttert)
    Schau mal bei ihr auf dem Blog in Bollis Shop nach.

  7. Micha 30. Dezember 2012 Reply

    Ja, die Foie gras, an der wird in F festgehalten. Mein Ding ist es nicht, weil man im Prinzip etwas isst, das aus einem degenerierten Organ hergestellt wurde. Aber heute sind viele tierische Produkte nicht unbedingt moralisch vertretbar, daher ist einer meiner Grundsaetze: Man darf nahezu alles – halt in Masen!

    Lieber Dir, mache weiter so mit deinen wunderhuebschen Bildern und fuer den Start ins Jahr 2013 wuensche ich dir eine gute Prise Rueckenwind!

  8. Micha 30. Dezember 2012 Reply

    hach herje, die doofe Tastatur, pardon, ich habe deinen Namen verstuemmelt: Dirk!!!

  9. Author
    Dirk Staudenmaier 30. Dezember 2012 Reply

    Liebe Sabine, vielen herzlichen Dank für die ganzen Infos! :-) An Bollis Shop hatte ich auch schon gedacht, aber bis zu deinem Kommentar noch nicht nachgesehen. Klasse Idee, ihren Blog mag ich sowieso sehr! Im Januar fahre ich nun erst mal weg, aber nach dem Urlaub werde ich eine Bestellung aufgeben :-)

    Liebe Micha, das ist doch nur die gerechte Revanche dafür, dass ich monatelang in Unwissenheit “LiebeR Micha” geschrieben habe ;-) Ich danke dir, und wünsche dir das selbe! Liebe Grüße in die Drôme!

  10. Sybille 1. Januar 2013 Reply

    Ich habe Foie Gras schon gegessen, von Freunden aus Frankreich ein Döschen geschenkt bekommen, von unserem französischen Austauschschüler als Gastgeschenk eine kleine Büchse bekommen….sie schmeckt nicht besser als eine gute Leberpate.
    Wozu diese Quälerei gut sein soll ist mir ein Rätsel.
    Schönreden, was die Herkunft betrifft, machts auch nicht beser.

    Eine Scheibe mit deiner wunderbaren Leberwurst…die streiche ich mir gerne…

    • Ti saluto Ticino 1. Januar 2013 Reply

      Liebe Sybille, ich gebe Dir vollkommen recht, was Dosenware betrifft. Die rühre ich nicht an, weil sie einfach nur scheusslich schmeckt. Doch ein bis zweimal im Jahr so eine richtig gute, frisch zubereitete liebe ich sehr. Ich werde auch demnächst im meinem Elsass-Blog so ein Praliné vorstellen – ich hoffe, Du bleibst mir trotzdem als Leserin treu.

    • Author
      Dirk Staudenmaier 2. Januar 2013 Reply

      Liebe Sybille, es ist ein Thema, über das sich trefflich streiten lässt, und wird es immer bleiben. Aber mit dir möchte ich keinesfalls streiten und wie Sabine schon schrieb, hoffe ich sehr, dass du mir als geschätzte Leserin trotzdem treu bleibst! Für dich mache ich auch wieder Leber- und andere Wurst! :-)

  11. Sybille 3. Januar 2013 Reply

    @ Dirk, @ Sabine

    NIEMALS…
    wäre eine andere Meinung, als meine persönliche, ein Grund bei Euch nicht mehr zu lesen.
    Das wäre Kindergarten…und dem bin ich schon entwachsen!

    Allerliebste Grüße :)

    • Author
      Dirk Staudenmaier 3. Januar 2013 Reply

      Liebe Sybille, das freut mich sehr und ich hatte auch nichts anderes geglaubt! :-)

  12. caruso 24. Januar 2013 Reply

    In meiner Realität gibt es Kinder, die vor Hunger sterben.

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